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Als Mitglied des Deutschen Bundestages werde ich immer wieder gefragt, warum ich mich für Entwicklungspolitik, wirtschaftliche Zusammenarbeit und Menschenrechte in Afrika einsetze. Ich werde mit dieser Frage regelmäßig mit dem berechtigten Einwand konfrontiert, dass wir in der Bundesrepublik Deutschland und auch in meinem eigenen Wahlkreis mit Problemen zu kämpfen haben, die erst einmal vorrangig zum Wohle der Bundesbürger bzw. der Menschen, die in meinem Wahlkreis leben und mich gewählt haben, gelöst werden sollten.
Ich stimme diesem Einwand zu. In der Tat gibt es in meinem Wahlkreis und in unserem Land wichtige Themen, die angepackt und gelöst werden müssen. Und für diese Arbeit setze ich mich jeden Tag als Ihr Bundestagsabgeordneter ein.
Aber es gilt auch, die Probleme anzugehen, die sich uns in den Ländern des afrikanischen Kontinents stellen. Zum einen, da ich es als Christdemokrat als meine moralische Pflicht ansehe, sich für Menschen, die Hilfe brauchen, einzusetzen, zum anderen da die Probleme Afrikas in direktem Zusammenhang zu meiner Arbeit im Wahlkreis stehen, auch wenn es auf den ersten Blick nicht so anmuten mag.
Das Bild der Deutschen von den Ländern des afrikanischen Kontinents hat sich in den letzten Jahren sehr gewandelt. Grund für diesen Wandel ist die Afrikapolitik unserer Regierung, die es sich in der gegenwärtigen Legislaturperiode zur Aufgabe gemacht hat, einen Schwerpunkt auf die Entwicklungszusammenarbeit mit Afrika zu legen. Bundespräsident Horst Köhler hat die Deutschen zu Beginn seiner Amtszeit dazu aufgefordert, mit Afrika eine Partnerschaft auf gleicher Augenhöhe einzugehen. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel hat in den vergangenen Jahren immer wieder die direkte Zusammenarbeit mit den Ländern Afrikas gesucht. Auf dem G 8 Gipfel in Heiligendamm im Sommer 2008 lag ein Augenmerk auf der afrikanischen Entwicklungspolitik. Die Mitglieder des G-8-Gipfels haben sich zur Einhaltung der in Gleneagles und Paris gemachten Zusagen bekannt. Es wurde ein Aktionsplan für Afrika aufgestellt und der Rahmen der staatlichen Entwicklungshilfe an Afrika um 25 Milliarde US Dollar jährlich erhöht. Mit meiner Arbeit als Ausschussmitglied im Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung leiste ich meinen Beitrag zur Politik der Bundesregierung und des Bundespräsidenten.
Darüber hinaus gibt es aber auch andere wichtige Gründe, sich für die Belange der Menschen in Afrika einzusetzen.
In den letzten Jahrzehnten ist von diesem Kontinent ein Bild entstanden, das sich in der Auflösung befindet. Die Länder Afrikas haben nicht nur Probleme in den Bereichen wirtschaftlicher Entwicklung, Staatsführung, Gesundheitsvorsorge, Bildung und Umweltschutz. Afrika ist auch ein Kontinent mit großen Chancen, kultureller Vielfalt und wirtschaftlichem Potential. Länder wie China und Indien haben uns auf beeindruckende Art und Weise vor Augen geführt, dass Entwicklungsländer in kurzer Zeit zu einflussreichen Wirtschaftskräften und Mitgliedern des globalen Marktes werden können. Und auch in Bezug auf Afrika gilt es, sein Potential zu erkennen, zu fördern und zum Wohl der globalen Gemeinschaft zu nutzen. Auch für Deutschland als Wirtschaftsland ist es von besondere Bedeutung, dass frühzeitig gute Wirtschaftsbeziehungen zu den Wirtschaftkräften von morgen aufgebaut werden.
Und das bringt mich zu meiner Eingangs gestellten Frage, warum ich mich für Entwicklungspolitik einsetze:
Der afrikanische Kontinent ist Teil der globalen Gemeinschaft und Mitglied der Weltwirtschaft. Wir müssen schon heute daran mitwirken, Afrika als gleichwertigen Partner anzuerkennen und für die Zukunft eine funktionierende Partnerschaft aufzubauen. Der afrikanische Kontinent verfügt in vielen Ländern über große Vorhaben von Rohstoffen, auf die wir als Industrie- und Dienstleistungsnation in Zukunft angewiesen sein werden.
Darüber hinaus nützt uns eine Zusammenarbeit mit Ländern Afrikas schon heute. Ich lade in regelmäßigen Abständen Botschafter afrikanischer Länder in meinen Wahlkreis ein und vermittle so zwischen afrikanischen Ländern und der heimischen Industrie. Zahlreiche Unternehmen aus der Göttinger Region können durch die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit den Ländern Afrikas nicht nur zu einer Verbesserung der wirtschaftlichen Lage in diesen Ländern beitragen, sondern stärken durch ihre afrikanischen Aufträge auch die Arbeitsmarktlage und Arbeitsplatzsicherung in unsere Region.
Neben der wirtschaftlichen Zusammenarbeit trägt eine Verbesserung der Gesamtsituation in den Ländern Afrikas auch dazu bei, globale Probleme wie die Ausbreitung von Epidemien wie HIV/AIDS, Tuberkulose und Malaria zu verhindern, Migration einzudämmen und den Schutz der natürlichen Ressourcen auszubauen. Die UN hat mit ihren Millenium Development Goals Ziele wie die Bekämpfung von Armut und Hunger, die Verbesserung der Gesundheitsvor und -fürsorge und des Bildungswesens und die Entwicklung eines nachhaltigen Umweltschutzes für eine erfolgreiche Entwicklungspolitik vorgegeben.
Ich habe auf meinen Reisen nach Afrika die Erfahrung gemacht, dass Länder, die bei der Erreichung dieser Ziele unterstützt wurden, den Menschen in ihrem Land eine Perspektive geben konnten. Moderne Entwicklungszusammenarbeit soll Hilfe zur Selbsthilfe sein. Wir wollen die afrikanischen Länder in die Selbständigkeit führen, damit sie in Zukunft in der Lage sein werden, sich den Problemen des afrikanischen Kontinents selbständig anzunehmen.
Wir als Deutsche haben in den Nachkriegsjahren am eigenen Leib erlebt, was es bedeutet, bei einem Neuanfang unterstützt zu werden. Wo stünde die Bundesrepublik Deutschland heute ohne die politische und wirtschaftliche Unterstützung der Alliierten. Aus dieser deutschen Erfahrung heraus, setze ich mich für einen globalen Zusammenhalt insbesondere in Afrika ein, um den Menschen dort eine Perspektive zu geben, von der auch wir Deutsche bundesweit sowie im Wahlkreis Göttingen profitieren können.
Machen Sie mit bei unserer Entwicklungszusammenarbeit als Partnerschaft auf gleicher Augenhöhe!
Weitere Informationen zum Thema Afrika finden Sie hier.
Ihr Hartwig Fischer |
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| Rede zur Verlängerung des Mandats für die Teilnahme der Bundeswehr an den VN-Missionen UNAMID und UNMIS im Sudan. |
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